Walderdbeeren bedenkenlos genießen

Hmmm, sind die süß. Erdbeeren bekommt man jetzt überall, im Supermarkt, und auch auf den Feldern zum selbst Pflücken. Im Nu sind die Schüsseln voll und es wird fleißig Marmelade eingekocht und Kuchen gebacken.

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Im satten Rot stehen die Walderdbeeren jetzt überall im Wald und am Wegesrand

Aber auch die Walderdbeeren sind nun reif und warten in sattem Rot darauf, gepflückt zu werden. Viele Leute zögern aber. Sei es aus Angst, ein Hund habe sein Pipi draufgemacht, oder aufgrund des Fuchsbandwurms.

Aber ist diese Angst berechtigt? Ist es wirklich, insbesondere mit kleinen Kindern besser, die Finger davon zu lassen? Oder kann hemmungslos drauf los gefuttert werden beim nächsten Waldspaziergang?

Die Fakten

  • Der Fuchsbandwurm wird, wie der Name erahnen lässt, vom Fuchs übertragen. Er scheidet den Parasiten mit seinem Kot aus.
  • Die Erkrankung, welche durch den Fuchsbandwurm hervorgerufen wird, heißt alveoläre Echinokokkose.
  • Eigentlich „will“ der Fuchsbandwurm gar nicht in den Menschen rein, er braucht vielmehr Füchse und Mäuse als Wirte.
  • Bekommt der Mensch aber doch den Parasiten in den Mund, passiert zu 80 bis 90 Prozent immer noch nichts, weil der Großteil von uns immun gegen den Erreger ist, wie in einer Studie 2015 aufgezeigt wurde. ( https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0304401715003696#bib0280 )
  • Bei jenen, die jedoch nicht immun sind, gelang der Parasit über den Darm zumeist in die Leber. Dort werden Zysten ausgebildet, welche einem bösartigen Tumor gleichen. Über den Blutkreislauf breiten sich diese im gesamten Körper aus. Im schlimmsten Fall wird die Krankheit über zehn bis fünfzehn Jahre nicht erkannt und führt zum Tod.

Das klingt ganz schön schlimm

Auch schlimm klingt, wenn ich schreibe, dass ich morgen spazieren gehen werde und mich dann der Blitz erschlägt. Weniger schlimm klingt, dass ich morgen im Lotto gewinnen werde.

Beide Szenarien sind in etwa gleich wahrscheinlich, als dass man vom Walderdbeeren essen an der alveolären Echinokokkose erkrankt. Mit rund 30 neu Erkrankten im Jahr ist es sogar die seltenste Krankheit in Europa, welche durch Parasiten hervorgerufen wird.

Wenn man also nicht unbedingt Walderdbeeren mit Kacka dran futtert (und ich bin guter Dinge, dass die meisten das nicht machen 😉) sollte man eher aufpassen, bei der Heimfahrt keinen Autounfall zu bauen, das ist nämlich deutlich wahrscheinlicher.

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Walderdbeeren können bedenkenlos gepflückt und gegessen werden

Immer noch skeptisch?

Wer aber ganz ganz ganz sicher sein möchte, kann mit den süßen Walderdbeeren einfach eine leckere Marmelade einkochen, oder die Erdbeeren einfach so aufkochen lassen und übers Eis oder Joghurt gießen. Hitze überleben die Parasiten nämlich, im Gegensatz zum Einfrieren, nicht.

Jetzt aber zu den schöneren Dingen

Die Mengen an Walderdbeeren, die man nach Hause trägt, sind in der Regel doch eher geringer als nach einem Erdbeerland Besuch. Ich habe trotzdem einige Ideen, was man mit den süßen, roten Beeren anstellen kann (außer sie noch direkt im Wald zu vertilgen) 😊

 

Walderdbeere im Glas

Ich gebe sie unglaublich gerne in meinen Holundersaft, das ist eine echte Fruchtexplosion! Wenn du den Holundersirup auch gleich selber machen möchtest, habe ich hierzu auch etwas geschrieben mamanimmtsleicht.com/2018/05/25/holunderbluetensaft-mit-kids-gemacht/

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Die Kinder lieben es, die einzelnen Erdbeeren mit dem Strohhalm raus zu fischen.Und für Mamas und Papas Feierabend passt auch perfekt ein Schuss Weißwein oder Sekt ins Glas.

 

Walderdbeere im Joghurt20180601_072649.jpg

Entweder man gibt sie einfach so dazu, wie ich das gemacht habe, oder aber man erhitzt die Beeren mit einem Esslöffel Wasser in einem kleinen Topf. Die Walderbeeren werden zerfallen und ergeben so eine unglaublich leckere Soße für dein Frühstücksjoghurt. Nach belieben kann natürlich nachgesüßt werden, finde ich aber nicht notwendig.

 

Walderdbeere im selbstgemachten Eis

Eisformen aus Silikon gibt’s gerade jetzt in fast jedem Supermarkt. Das Eis ist schnell gemacht und zudem deutlich gesünder als die oft stark überzuckerten gekauften Varianten.20180601_203252

Setze einen starken Früchtetee auf (drei Beutel auf z.B. 500ml Wasser) und mische diesen, sobald er abgekühlt ist, im Verhältnis 2:1 mit Apfelsaft auf. Fülle nun die Eisformen mit den Waldbeeren und gieß die Saftmischung darüber. Vergiss, je nach Eisform nicht, einen Eisstiel hinzu zugeben. Tiefkühlen und genießen!

 

 

 

 

 

 

 

 

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